Neuer Oberklasse-Chinese startet noch in diesem Jahr: Luxus-SUV Zeekr 9X mit Hybrid-Antrieb

Das neue und in jeder Hinsicht imposante Flaggschiff mit drei Sitzreihen für fünf weitere Passagiere neben dem Fahrer ist 5,24 Meter lang, wiegt 2,9 Tonnen und bietet mit 3,17 Meter Radstand reichlich Platz für bis zu sechs mitreisende Passagiere. Die Optik stammt vom deutschen Designer Stefan Sielaff und seinem Team. Im schwedischen Göteburg kümmern die sich engagiert um den Auftritt aller Modelle der Konzernmarke Geely. Zu der unter anderem auch Lotus, Polestar und Volvo gehören.        
          von Achim Stahn


In China liebt die anvisierte Zielgruppe derartige Fahrzeuge.
In Europa und vor allen in Deutschland dürfte das nicht so einfach mit dem Wecken von Begehrlichkeiten nach so einem Allrad-Luxusgefährt sein. 
Mit mächtigem Chromgrill und kantigen Konturen sein.
 
Dennoch scheint es zu klappen, wie das Europadebüt auf der diesjährigen Monaco Yacht Show im Umfeld teurer Boote aus allen Klassen zeigte.
 
Zeekr-Europe-Chef Lothar Schupet war überrascht, wie viele spontan einen Kaufvertrag für den 9X unterschrieben, ohne ihn je Probe gefahren zu sein.  


Die Preisliste startet bei 119.500 Euro mit einer Komplettausstattung, die Audi, BMW und Mercedes mit großem Abstand so nicht bieten und nicht können. Auch Bentley nicht.
Da liegen Welten zwischen, so gesehen kann man schon von einem „Schnäppchen“ sprechen. 
Natürlich nur dann, wenn genügend Geld für so eine Investitution vorhanden ist.

Für die Ausstattung „Black Line“ sind 126.500 Euro fällig.
Erste Auslieferungen sollen zum Jahresende sein.

Ohne Aufpreis: Luxus wohin das Auge schaut

Egal, ob bei der Ausstattung in Sachen Komfort oder Technik, hier hat die luxuriöse Geely-Tochter nirgendwo gespart. Wollte das auch ganz bewusst nicht.

Das bedeutet innen natürlich jede Menge elektrische Helfer für dies und das (auch Massagesitze gehören dazu), reichlich Holz und Nappaleder, Drehregler aus Kristallglas oder fein abgestimmter Musikgenuss der Extraklasse.
 

Für letzteres sorgt ein in jeder Hinsicht grandios abgestimmtes High-End-Audiosystem von Naim (www.naimaudio.com/de) mit 32 Lautsprechern und weit über 3.000 Watt Leistung. Das britischen Hightech-Unternehmen beliefert auch Bentley, sorgt in deren Modellen schon länger für ein Klangvolumen der Extraklasse.


Das Armaturenbrett dominiert eingroßes OLED-Displays als zentrale Bedien- und Informationsfläche.

Navigation, Tempo und weitere relevante Informationen werden zusätzlich über ein 47 Zoll großes Augmented-Reality-Head-up-Display voraus in das Sichtfeld des Fahrers projiziert.


Der lange Radstand macht eine komfortable Bestuhlung nach dem Schema 2+2+2 möglich.

In der zweiten Reihe warten zwei individuell einstellbare Sessel statt gewöhnlicher Sitzbank. 
Die Rückenlehnen sind dort bis auf 145 Grad neigbar, auch elektrische Beinauflagen, Heizung, Belüftung und Massage gehören zu den vielen Details in Sachen Komfort.
 
Ein Ruhemodus ebenfalls, der zum Beispiel anlässlich einer längeren Rast oder sonstiger Wartezeit sehr angenehm ist. 

 
Auch die dritte Reihe lässt sich auf Knopfdruck bequem erreichen, sie bietet den dort mitreisenden Passagieren vergleichsweise viel Beinfreiheit.  
Wird mehr Laderaum benötigt, lassen sich die Sitze komplett flach umklappen.


Im Fond ist das Thema Entertainment großzügig dimensioniert.
Für den Kinomodus fährt ein 17-Zoll-OLED-Display aus dem Dachhimmel, bewegt sich nach vorn und passt seinen Neigungswinkel an die Zuschauer an. 
 
Für ungestörten Filmgenuss schließen sich gleichzeitig die Sichtschutzrollos, das riesige Panoramadach wird abgedunkelt und die Ambientebeleuchtung gedimmt. 


Praktisches Detail im Fondbereich: ein temperiertes Fach zwischen den beiden Sitzen hält auf Wunsch Getränke oder Snacks bereit. 
Es lässt sich zwischen minus sechs und plus 50 Grad einstellen.


Damit die auf der Fahrt in den Urlaub oder beim großen Einkauf keine Probleme mit dem dann eventuell nötigen Gepäckvolumen haben, fasst das Ladeabteil 677 bis 2.148 Liter. 

Muss es mal etwas noch größeres sein, z.B. der Sitzrasenmäher vom Baumarkt: die Anhängelast beträgt hier zwei Tonnen.

Fahren wie auf Wolken

Zum Oberklasse-Komfort gehört natürlich immer das entsprechende Fahrwerk.

Hier kommen Doppelquerlenkerachse vorn, Mehrlenkerachse hinten und eine geschlossene Zweikammer-Luftfederung mit elektronisch geregelten Zweiventildämpfern (passen die Abstimmung laufend an) zum Einsatz. 

Diese überaus aufwändige Kombination soll auch schlechteste Straßen für Reisende in diesem Wagen erfreulich glatt machen.

Die Motorisierung

Beim Antrieb präsentiert Zeekr seinen so genannten „Super-Hybrid“. 
Hier bewegen zwei Elektromotoren die Räder, ein ebenfalls integrierter Zweiliter-Turbobenziner liefert bei Bedarf als Generator elektrische Energie. 
 
Es handelt sich also hier um einen Range-Extender-Antrieb. 
Der speziell auf wenig Verbrauch konstruierte Verbrenner übernimmt nicht den direkten Vortrieb, steht nur bei Bedarf mit seinem 50 Liter fassenden Tank bereit. 

Für den Fahrer fühlt sich diese Wahl so an, als ob er in einem rein elektrisch angetriebenen Auto sitzt.
Der Allradler reagiert daher spontan bei jedem Druck auf das Fahrpedal mit sofortigem und auf Wunsch auch sehr kraftvollem Durchzug. 
 
 
An Leistung mangelt es dem sechssitzigen Allradler 9X Ultra AWD nicht:
- 897 PS 
- 935 Nm Drehmoment 
- null auf 100 km/h in 4,1 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit 240 km/h

Batterie und Ladefähigkeit 

Die vorerst eingeplante Batterie (55,1 kWh) soll laut Hersteller eine elektrische Reichweite von bis zu 179 Kilometer ermöglichen. 
Bis zu 737 Kilometer sind es im Zusammenspiel der zwei Herzen insgesamt. 

Auch beim Befüllen der Batterie legt der Chinese die Messlatte mit seiner 900-Volt-Architektur hoch. 
An entsprechenden Gleichstrom-Stationen sind laut Werksangabe bis zu 330 kW Ladeleistung möglich. 
Damit soll der Akkustand von 10 auf 80 Prozent in 9,5 Minuten erreicht werden. 

Natürliche nur unter idealen Bedingungen, im Winter ist ganz sicher mehr Zeit einzuplanen, weniger jedoch als woanders.
 

 


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