Das wissen natürlich alle, die sich mit dem Thema Sicherheit im Straßenverkehr beschäftigen, wollen mehr darüber aufklären und natürlich auch kontrollieren. Daher stehen die Verkehrsteilnehmer europaweit vom 5. bis 11. Oktober 2026 erneut im Zeichen der Aufmerksamkeit. Im Rahmen der so genannten Roadpol-Aktion „Focus on the Road“ führen Polizeibehörden in diesen Tagen verstärkte Kontrollen gegen Ablenkung am Steuer durch.
Auch in Deutschland.
Ziel ist es, die Nutzung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten während der Fahrt zu unterbinden und das Bewusstsein für die Gefahren von Unaufmerksamkeit zu schärfen.
Gegenseitige Rücksichtnahme und volle Aufmerksamkeit sind Grundvoraussetzungen für sichere Mobilität.
Ablenkung fängt schon früh an
Ablenkung beginnt nicht erst beim Tippen einer Nachricht. Wer während der Fahrt das Smartphone in der Hand hält, ein Navigationsgerät manuell bedient, etwas im Fahrzeug sucht, isst oder trinkt, verändert seine Aufmerksamkeit.
Besonders tückisch ist die sogenannte kognitive Ablenkung, wenn Augen und Hände scheinbar auf der Straße und am Lenkrad bleiben, während die Gedanken mit einer anderen Aufgabe beschäftigt sind. Dadurch können Verkehrssituationen zwar gesehen, aber nicht rechtzeitig verarbeitet werden.
Das Fraunhofer IOSB beschreibt solche „Looked-but-failed-to-see“-Situationen als eine relevante Gefahr, etwa an Kreuzungen.
Blindflug ist höchstgefährlich
Wie schnell aus einem kurzen Moment eine gefährliche Strecke wird, zeigt der so genannte Blindflug. Laut Untersuchungen vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) legen Autofahrer bereits nach zwei Sekunden bei Tempo 50 rund 28 Meter zurück.
Bei 100 km/h sind es etwa 55 Meter.
Ohne auf die Straße zu schauen, wird die Strecke „blind“ gefahren.
Daher empfiehlt auch der Automobilclub AvD, das Smartphone vor der Fahrt wegzulegen, die Navigation vorher einzustellen und intensive Gespräche oder andere Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit binden, möglichst auf einen sicheren Stopp zu verschieben.
Warum Aktionen wie „Focus on the Road“ so wichtig sind, zeigen Statistiken immer wieder klar und deutlich.
So wurden zum Beispiel im Bundesland Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr 209 Verkehrsunfälle aufgrund von Ablenkung der Fahrzeugflenker registriert.
Das sind 18 Prozent mehr als 2024.
Auch bundesweit belegt eine aktuelle Auswertung des DVR eine deutliche Zunahme.
Die Zahl der Unfallbeteiligten, bei denen Ablenkung 2025 als Unfallursache festgestellt wurde, stieg von rund 8.700 auf etwa 9.500.
Doch das ist nur die Spitze vom Eisberg, die tatsächliche Zahl liegt deutlich darüber, weil Ablenkung nach einem Unfall schwer nachzuweisen ist.
Bußgeld und Fahrverbot droht
Wer am Steuer ein elektronisches Gerät rechtswidrig benutzt, muss gemäß Bußgeldkatalog (lfd. Nr. 246) grundsätzlich mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Bei Gefährdung sind 150 Euro und ein Monat Fahrverbot vorgesehen, bei Sachbeschädigung 200 Euro und ebenfalls ein Monat Fahrverbot.
Doch die Höhe der Strafe sollte nicht das entscheidende Argument sein.
Der AvD mahnt zu mehr Rücksichtnahme und dazu, die Verantwortung für sich und andere zu tragen. Denn die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer steht immer an erster Stelle.
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