Wer durch eine Straftat im Straßenverkehr auffällig wurde, verliert die Fahrerlaubnis. Gibt es Zweifel an der Fahreignung oder besteht Wiederholungsgefahr, muss der Betroffene eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz MPU) durchlaufen, um seinen Führerschein zurückzubekommen.
1. Wenn Alkohol im Spiel ist
2. Drogen und Medikamente
Ebenfalls zu 36 Prozent waren die 13 aktiven, amtlich anerkannten Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung mit Fragestellungen rund um Drogen und Medikamente befasst.„Weitere Gründe sind, wenn bei gelegentlichem Cannabis-Konsum geklärt werden soll, ob Konsum und Verkehrsteilnahme zuverlässig getrennt werden können und um festzustellen, dass keine Abhängigkeit oder Einnahme mehr vorliegt.“
Zu viele Punkte
Mit 17 Prozent der nächsthäufigste Anlass für die Durchführung einer MPU waren im Jahr 2022 Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol, gefolgt von sonstigen Anlässen mit 11 Prozent.
Wird eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr begangen, bekommt der Verkehrssünder je nach Schwere des Vergehens einen oder mehrere Punkte in Flensburg.
Bei acht Punkten im Fahreignungsregister wird der Führerschein entzogen und auch in diesem Fall wird eine MPU fällig.
„Es können jedoch Punkte abgebaut werden, um einen Entzug der Fahrerlaubnis zu vermeiden. Bei bis zu fünf Punkten können Betroffene einmal innerhalb von fünf Jahren durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar einen Punkt abbauen“, rät die Verkehrsexpertin.
Auch bei sechs oder sieben Punkten ist eine freiwillige Teilnahme möglich, jedoch ohne Punkteabzug.
Sonstige Gründe
Weitere Anlässe, die ein Gutachten erforderlich machen können, sind erhebliche Auffälligkeiten bei einer Fahrerlaubnisprüfung,Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen oder ein hohes Aggressionspotenzial erkennen lassen, die Befreiung von Vorschriften über das Mindestalter sowie der Erwerb oder die Verlängerung der Fahrerlaubnis Klasse D, D1, DE oder D1E und zur Fahrgastbeförderung.
Auch für Berufskraftfahrer unter 18 Jahren, die vorzeitig die Fahrerlaubnis im Rahmen der Ausbildung erwerben wollen, kann eine MPU angeordnet werden.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen
Bei weniger als einem Prozent aller Gutachten waren die Ursache körperliche Beeinträchtigungen. DieFahrerlaubnisverordnung sieht bei bestimmten, langfristigen Krankheiten ein ärztliches Gutachten vor.
Dazu zählen unter anderem bestimmte Herz- und Gefäßkrankheiten, Zuckerkrankheiten mit Stoffwechselentgleisung, Anfallsleiden und akute oder schwere psychiatrische Störungen.
Der Gutachter darf dabei nicht der behandelnde Arzt, sondern muss ein Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation sein.
Zusammenfassung
Das MPU-Gutachten ist die psychologische und medizinische Entscheidungsgrundlage für die Straßenverkehrsbehörden, ob eine Person zum aktuellen Zeitpunkt zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist.Die MPU ist Schutz und Chance für die Verkehrsteilnehmer gleichermaßen.
Sie hilft den Betroffenen zurück zum Führerschein und sorgt für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
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