Bei uns 14 Tage im Alltagstest: Triumph Rocket 3 Storm R

Die englische Motorradmarke Triumph ist bekannt dafür, in vielen Modellen Dreizylinder zu verbauen. Gefertigt wird dort auch das Motorrad mit dem hubraumstärksten Serienmotor, die Rocket 3 Storm. 
    von Gerolf Ermisch 

Diese grandiose Stück Technik konnten wir 14 Tage lang durch den Alltag bewegen, seine positiven Qualitäten und Schwächen hautnah erfahren.

Wuchtiger Auftritt 

Beim ersten Blick fühlt man sich vielleicht ein wenig an die Feuerstühle aus den Werner-Comics der 90er Jahre erinnert. Gefühlt macht der massive, längs eingebaute Dreizylinder 80 Prozent vom Bike aus. 

Es scheint, als sei alles um ihn herum gebaut. Obenauf thront der Tank mit passenden Proportionen. Mit 18 Liter bietet er jedoch weniger Inhalt, als die voluminöse Form vermuten lässt.

Von der Seite fallen der lange Radstand (knapp 1,7 m) und die hintere Aufhängung mittels Einarmschwinge auf. Zusammen mit dem massigen Motor wirkt die Rocket tief liegend. 

Auch hier täuscht der Eindruck nicht, die Sitzhöhe (77,3 cm) ist für Fahrer aller Größen geeignet. Trotz fahrfertigem Gewicht von 317 Kilogramm lässt sich das Bike gut rangieren.

Das Heck dominiert ein Reifen, dessen Breite manchen Sportwagen neidisch macht. Der Metzler Cruisetec kommt in 16 Zoll, misst stolze 24 Zentimeter. Vorne umspannt er die 17 Zoll große Felge immerhin noch mit einer Breite von 15 Zentimetern. 

Nicht voll, aber gut bestückt 

Es gibt zwei Grundaufbauten: unsere Rocket 3 Storm R (ab 26.495 Euro) und Rocket 3 Storm GT ab 27.295 Euro. 

Letztere unterscheidet sich im Wesentlichen durch den mehr zum Fahrer gebogenen Lenker, Rückenstütze bzw. Sissy Bar für die Sozia und weiter vorne angebrachte Fußrasten.

In der Basis kommt die Rocket immer mit hinterleuchteten Tasten, Tempomat und Tacho mit TFT-Display, über das sich vielfältige Informationen abrufen sowie verschiedene Fahrmodi einstellen lassen. 
Die ganze Einheit ist im Winkel für bessere Ablesbarkeit anpassbar.

Optional stehen Bluetooth-Modul für Navigation via App, Quickshifter, Griffheizung, Gepäckbrücke, verschiedene Taschen, kleines Windschild oder Komfortsitz bereit. 

Reichlich Kraft und Highend 

Weit mehr als Standard ist das Herz der Rocket 3. Mit 2.458 Kubikzentimeter bietet ihr Dreizylinder mehr Hubraum als die meisten Pkw. 

Um so etwas überhaupt unterzubringen, wurde der Reihendreier längs eingebaut. Das hat nebenbei den Vorteil, dass die Kurbelwelle ebenfalls längs zur Fahrtrichtung läuft, so kaum Einfluss auf die Schräglage hat. 

Überraschend einfach lässt sich die verhältnismäßig schwere Maschine daher auch in Kurven legen. 
Um das hohe Drehmoment zu bewältigen, erfolgt die Kraftübertragung via Kardanwelle.

Viel Kraft muss natürlich auch jederzeit beherrschbar sein. So sind Gabel und Federbein vollumfänglich in Druck- und Zugstufe manuell anpassbar. 

Gebremst wird rundum mit dem Besten, was es gibt. 
Am Vorderrad beißen radial angeschlagene Vierkolben-Monoblock-Stylemas von Brembo in zwei große Scheiben (32 cm), die Einzelscheibe hinten ist 30 Zentimeter groß. 

So hat die mit Stahlflexleitungen versorgte Highend-Anlage keine Mühe, die Maschine auch aus hohem Tempo beeindruckend schnell zum Stehen zu bringen.



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