Der BYD Dolphin G DM-i ist fit für alle Fälle, kommt als Plug-in-Hybrid über 1.000 Kilometer weit

Dies ist nicht nur ein neues Auto, nein, mit ihm stellt der chinesische Hersteller den weltweit ersten Kleinwagen mit praktischem Plug-in-Hybrid Antrieb vor. Die Auftragsbücher werden im Sommer geöffnet, in den Handel kommt er im Herbst, los geht es ab 28.990 Euro.
    von Achim Stahn


Kein anderer ist weltweit erfolgreicher als BYD, wenn es um rein elektrische Autos (BEV) und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid Antrieb (PHEV) geht. 
Der Erfolgsweg setzt sich auch in diesem Jahr deutlich sichtbar fort: In den ersten fünf Monaten wurden rund 1,4 Millionen Fahrzeuge verkauft, davon 614.000 außerhalb von China. 
 
Die Marke ist in 37 Ländern mit über 2.000 Standorten präsent. 
Rasant geht es auch in Deutschland voran, aus aktuell 200 Standorten sollen bald 400 werden. 
 
Fotos: Edda Stahn
 
Vor allem beim europaweit boomenden Thema Plug-in-Hybrid hat BYD durch seine clevere Modellpolitik aktuell die Nase weit vorne, auch in Deutschland.
 
Das unterstreichen die Zahlen im Monat Mai: 
1. BYD = 4.280 verkauft
2. VW = 4.202 verkauft
3. Audi = 3.510 verkauft
4. Mercedes-Benz = 2.671 verkauft
5. BMW = 2.556 verkauft 
Diese Zahlen sind umso eindrucksvoller, wenn man bedenkt, dass es sich bei den deutschen Autos in der Regel um mehrfach teurere Dienstwagen handelt. 
 
Bei den Plug-in-Hybrid ist der Atto 2 DM-i ein Hit. Ihm folgt nun der Dolphin G DM-i im Format von VW Polo, Opel Corsa, MG3 oder Renault Clio.
 
 
Klein muss nicht immer auch einfach sein, das kennen wir bereits von einigen Herstellern, doch hier wird der Kleinwagen neu gedacht. 
 
Neben der Alltagstauglichkeit für Familien sorgt die gewählte Kraft der zwei Herzen für spritzige Fahrwerte, wenig Verbrauch und beeindruckende Reichweiten ohne Tankstopps. 
Punkten will er auch mit viel Ausstattung bei Sicherheit und Komfort. 
Immer mit an Bord sind z.B. Einparkhilfen vorn wie hinten, Alufelgen (16 bis 18 Zoll) oder Klimaautomatik. 
 

Optisch erfrischend 

Das Design orientiert sich am europäischen Geschmack mit eher glattflächiger Front. Optisch macht der sportlich gestylte Wagen von allen Seiten Eindruck, er steht mit seinen Alurädern satt auf der Straße, das schwebend wirkende Dach betont den dynamischen Auftritt mit Raffinesse.

Dem aktuellen Trend folgend streckt sich über das Heck eine durchgehende Leiste, in die Markenlogo und LED-Rückleuchten integriert sind. Im dezenten Dachspoiler sitzt die dritte Bremsleuchte.

 
Auch innen kann er mit klaren Linien und unaufgeregtem Design punkten. 
Dazu kommen viele praktische Ablagen, ein gut zu bedienendes Multimedia-Display (10,1 oder 12,8 Zoll) auch mit Sprachsteuerung mittig im Armaturenbrett, der Automatik-Wahlhebel am Lenkrad folgt ihm mit der gleichen Ambition. 
Für wichtige Funktionen gibt es echte Tasten und Schalter. 
So wie es die meisten heute noch wollen.
 

Erstaunlich viel Platz 

Mit 4,16 Meter Länge und 1,825 Meter Breite hat er das Zeug zur Wendigkeit und zum einfachen Einparken gleich mit an Bord. 
Trotz solcher kompakten Maße geht es innen zu wie eine Klasse höher. 
Das Raumgefühl ist enorm, die Kopffreiheit grandios, Verarbeitung und Materialauswahl sind tadellos, Hartplastik hier und da gibt es natürlich auch. 
 
 
 
Möglich macht das enorme Platzangebot der relativ lange Radstand (2,61 m), die Fahrzeughöhe (1,575 m) und eine clevere Platzausnutzung. Auch auf den Fondsitzen geht es erstaunlich geräumig mit viel Beinfreit zu.
Die Sitze sind ordentlich gepolstert, doch es fehlt an Seitenhalt in schnellen Kurven. 
 
 
 
Das Kofferraumvolumen ist ruckzuck durch Umklappen der im Verhältnis 40:60 geteilten Rücksitzlehnen von 425 auf 1.225 Liter zu erweitern. 
So was findet man in dieser Klasse selten. 
 
Praktisch ist auch das Fach unter dem Ladeboden (45 Liter). 
Praktische Befestigungshaken an den Seiten des Laderaums sorgen dafür, dass Einkäufe oder Sportgeräte jederzeit sicher verstaut sind.
 

Das Fahrwerk ist grundsätzlich okay und schluckfreudig. Doch Querfugen und grobe Unebenheiten – davon gibt es in unseren Städten leider reichlich - sind deutlich zu spüren. 

Fit für alle Fälle 

Die Bezeichnung DM-i (Dual Mode Intelligence) steht für eine intelligente Steuerung zweier Antriebsmodi. 
Das System besteht aus zwei Elektromotoren (Antriebsmotor plus Generator) und einem Benziner. Die zwischengeschaltete Steuerelektronik regelt ständig die optimale Kombination aus Leistung und Effizienz. 
Diese Technologie bietet zwei Fahreinstellungen: 
- rein elektrisch (EV)
- Hybridmodus (HEV) mit flexibler Wahl der Betriebsart.
 
Im EV-Modus treibt den Wagen nur die Energie der Batterie an, der Benzinmotor erwacht erst zum Leben, wenn der Ladezustand der Batterie auf ein bestimmtes Niveau abgesunken ist. 
Der Elektromotor füllt ebenfalls die Batterie durch di so genannte Rekuperation, also gewonnene Energie beim Bremsen.
 
 
Im Gegensatz zu herkömmlichen Plug-in-Hybrid Fahrzeugen treibt hier in den meisten Fahrsituationen der drehmomentstarke E-Motor (163 PS, 210 Nm) die Räder an. Das sorgt für ein leises und reaktionsschnelles Fahrerlebnis – so wie bei einem Stromer. 
Der 1,5 Liter große Vierzylinder-Benziner (95 PS, 120 Nm) dient hauptsächlich dazu, die innovative Blade-Batterie geladen zu halten. 
Bei starker Beschleunigung treibt er jedoch gemeinsam mit dem elektrischen Antriebsmotor die Räder an.
 
Die Systemleistung liegt im Basismodell Active bei 176 PS in den höheren Varianten bei 212 PS.
Derart gestärkt dauert es aus dem Stand auf 100 km/h 8,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 180 km/h begrenzt. 
 

Zwei Batterie-Optionen

Die Blade-Batterie im Basismodell (7,42 kWh) ermöglicht laut WLTP-Zyklus im Mittel eine rein elektrische Reichweite von 40 Kilometern. 
Mit dem 42 Liter fassenden Benzintank sind so 1.020 Kilometer drin. 
 
In den Ausstattungsvarianten darüber ist der Akku deutlich größer (18,3 kWh), entsprechend steigt die elektrische Reichweite, in diesem Fall auf 105 Kilometer.

Die Active-Modelle verfügen über einen On-Board-Charger mit 3,3 kW, für das Aufladen von 15 auf 100 Prozent brauchen sie knapp unter drei Stunden. 
Die Versionen Boost, Comfort und Sport erhöhen die Ladeleistung auf 6,6 kW, haben zudem eine DC-Schnellladefunktion mit bis zu 39 kW an Bord. 
Damit lädt die größere Batterie in 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent. 
 
Wird das Auto regelmäßig geladen, testiert WLTP den Varianten mit größerer Batterie einen Verbrauch von 1,4 Liter Super (CO2: 32 g/km). 
Unser Akku war bei der Abfahrt zum Praxistest nur halb voll, daher sprang der Benziner immer helfend ein. Doch am Ende unserer 78 Kilometer langen Tour durch Berlin und das Umfeld notierten wir einen Verbrauch von nur 3,4 Liter Super. 
In Zeiten hoher Kraftstoffkosten ist das natürlich eine hervorragende Nachricht.
 
 

Die Ausstattung

Alle Varianten sind in den Bereichen Komfort und Sicherheit gut bestückt. 
Im Basismodell Active gehören dazu neben den bereits erwähnten Alufelgen (16 Zoll) auch:
- Einparkhilfen vorn wie hinten
- Rückfahrkamera
- LED-Beleuchtung rundum
- Smartphone-Integration (Android Auto, Apple CarPlay)
- Klimaautomatik
- sechsfach verstellbarer Fahrersitz
- vierfach verstellbarer Beifahrersitz
- zwei USB-Anschlüsse.
 
Die Boost-Variante hat ein größeres Infotainment-Display (12,8 Zoll) und bietet zusätzlich:
- beheizbare Vordersitze
- beheizbares Lenkrad
- automatisch abblendenden Rückspiegel
- elektrisch anklappbare Seitenspiegel
- mehrfarbige Ambientebeleuchtung
- Smartphone-Ladeschale
- USB-Ladeanschlüsse im Fond 
- leistungsstärkeres Audiosystem mit acht Lautsprechern.
 
Die Funktion Vehicle-to-Load (V2L) gibt es ebenfalls. 
Wie in dem kurzen Film zu sehen, werden damit externe Geräte auch fernab von Steckdosen mit Strom aus der Auto-Batterie versorgt – von Kaffeemaschine bis Lichterketten am See und Musikanlage.
 
 
Die Ausstattung Comfort will mit weiteren Details punkten:
- großes Head-up-Display
- Panoramadach mit elektrisch verstellbarem Sonnenschutz
- Projektionsleuchten in den Seitenspiegeln
- speziellen Sitzbezügen (Stoff und Lederimitat)
- elektrisch verstellbarem Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze
- 360-Grad-Kamera
- 18 Zoll großen Alufelgen 
- integrierter Google-Anbindung
 
Das Topmodell Sport ergänzt dies um einige designorientierte Features und Sitzelemente in Veloursleder-Optik.
 
 

Sicherheitsniveau höherer Klassen

Das umfassend zu beurteilende Paket an Fahrerassistenzsystemen bietet in allen Ausstattungslinien unter anderem:
- adaptiver Tempomat
- intelligenter Tempomat
- Notfall-Spurhalteassistent 
- Spurverlassenswarner
- Front- und Heck-Querverkehrswarner mit Querverkehrsbremsfunktion
- Toterwinkelwarner
- Ausstiegswarnung 









Tipps zur Blog-Nutzung

Alles rund um unsere Mobilität: Autos, Bikes, Räder, Reisen mit zwei und vier Rädern,  
Nutzfahrzeuge, Insider-Tipps, Motorsport, Verkehrsrecht und vieles mehr.
 
Zur Startseite dieses Blogs geht es hier:

 
Einfache Themensuche 
1. oben im Blog mit der Lupe
(Suchwort eingeben, alles dazu wird gezeigt)
2. Kästen am Textende anklicken


Interessantes senden an 
achim.stahn@interpress-ipr.de

want to know more 

press buttons below or:

https://mobilitaet-heute.blogspot.com


Kommentare