Hyundais Luxusmarke Genesis setzt auf Stromer: der GV70 roll mit Allrad, zwei E-Motoren und Streben nach Perfektion vom Band

Genesis heißt Hyun­dais Premi­ummarke. Bei uns eher unbekannt, liegen die Ver­kaufs­zahlen vor allem in den USA auf einem be­­achtlichen Niveau. Kein Wunder, denn die Modelle stecken voll mit Komfortdetails. Vom breiten Panoramadisplay über die umlaufende Ambientebeleuchtung bis hin zur individuell einstellbaren Massagefunktion. Alles ist hier darauf ausgelegt, dass jede Fahrt möglichst entspannt und erholsam ist.
    von Achim Stahn 
 
Nach ers­ten Er­­fol­gen verabschiedeten sich die Ko­­re­aner aus Europa für ein paar Jahre. 
Inzwischen werden hier nur noch E-Modelle in der Premiumklasse angeboten: die Limousine G80 sowie die beiden SUV GV60 und GV70. 

Letzteres haben wir in einem ausgiebigen Alltagstest auch über längere Strecken hautnah erfahren. 
 
Fotos: Edda Stahn

Ausstattung auf sehr hohem Niveau

Optisch kommt der über 4,7 Meter lange Wagen imposant und selbstbewusst daher, die Designer haben geschickt elegante Luxus-Elemente mit markanter Sportlichkeit kombiniert. 

Sieht fein aus, die Leute schauen hin, er sticht im Straßenbild hervor. 
Das gilt für die Front wie für die feine, coupehafte Linienführung.

Innen gibt es viel Platz für die Passagiere (Radstand: 2,875 m), hohe Sitzposition, hochwertiges Design, Materialauswahl, Verarbeitungsqualität und das offene Raumgefühl sorgen für ein beeindruckendes Wohlfühlmaß. Dazu passen die vielfach elektrisch verstellbaren und lederbezogenen Sitze, die wärmen und kühlen. 

Ebenso imposant ist das nahtlose Panoramadisplay im Format 27 Zoll. 
Es verbindet Instrumentenanzeige und Infotainmentsystem, ist erfreulich funktional und optisch ein echter Hingucker. 
Vieles lässt sich per Spracheingabe erledigen, allerdings setzt Genesis beim Bedienkomfort weiterhin auf klassische Tasten und Drehregler für zentrale Funktionen. 
 
Die Serienausstattung liegt auf hohem Niveau, in unserer Variante Sport (75.300 Euro) verwöhnten unter anderem:
- Head-up-Display
- 360-Grad Übersichtskamera
- elektrisch höhen- und längsverstellbares Lenkrad mit Memoryfunktion
- 19 Zoll große Alufelgen
- kabellose Smartphone-Ladestation 
- elektrisch öffnende und höhenverstellbare Heckklappe
 
 
 
Zusätzlich war unser Wagen noch bestückt mit:
- Bang & Olufsen Sound System kombiniert mit aktiver Geräuschunterdrückung (+1.570 Euro)
- Nappaledersitzen (+2.930 Euro)
- V2L-Paket (+1.040) zum Betreiben externen Geräte 
- Komfort-Paket (+1.250 Euro) mit unter anderem Massage-Funktion vorne
Dazu kommen neueste Helfer zum Vermeiden von Unfällen.  
  
Freuen kann sich auch das Gepäck. 
Schon im Normalzustand passen 503 Liter ins leere Heckabteil, mit umgeklappten Rücksitzlehnen werden dann 1.678 Liter daraus.
 

Die Motorisierung

Zwei E-Motoren (490 PS, 700 Nm) und Allradantrieb sorgen für souveräne Fahrleistungen. 
Wer will, packt den Spurt aus dem Stand auf 100 mit dem Boost-Modus in 4,4 Sekunden. 
Das ist natürlich perfekt für Überholmanöver auf der Landstraße. 
Die mögliche Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h.

Der Verbrauch

Laut vergleichbarem WLTP-Zyklus sind im Mittel mit dem hier eingebauten Akku-Paket (84 kWh) bis zu 479 Kilometer Reichweite möglich. 
Vollgeladen zeigte der Bordcomputer allerdings nie mehr als 411 Kilometer an. 
In der Stadt schafft man deutlich mehr. 
Die meisten kommen damit zwei Wochen durch den Alltag.
 
Bei einer längeren Fahrt über die Autobahn mit um die 130 km/h ging der reale Wert der Reichweite allerdings nochmals runter und der Verbrauch hoch.
Dort notierten wir bei solchem Tempo in der Regel einen Verbrauch von 28,9 kWh. 
Deutlich mehr als der offizielle WLTP-Wert von 19,4 kWh. 
Im Stadtbetrieb verbrauchte das Elektro-SUV bei moderaten Außentemperaturen zwischen 14,7 und 17,2 kWh.

Das Energie-Tanken

Wichtig bei E-Autos ist schnelles Laden, vor allem in dieser Klasse. 
Der Stopp zum Auffüllen mit Energie bleibt dank 800-Volt-Architektur überschaubar. 
Denn an einer Schnellladesäule dauert das von 10 auf 80 Prozent laut Werksangabe 19 Minuten. Darüber konnten wir uns mehrfach freuen. 
Unterstützt wird das durch ein intelligentes Batterieheizsystem, das auch bei Kälte für konstante Ladegeschwindigkeiten sorgen soll. 
 

Abrollgeräusche sind selbst bei schneller Fahrt kaum zu hören, innen war der Wagen auch bei hohem Tempo außergewöhnlich leise.

Das Fahrwerk geht erstaunlich gelassen mit dem jeweiligen Untergrund um, lässt sich als hervorragende Mischung aus Agilität und Komfort beschreiben. 
Individuell einstellbar ist es ebenfalls. 
Etwas gelassener könnte es allerdings auf Lenkradbewegungen reagieren.
 


Der Sitzkomfort vorne ist fantastisch, auch im Fond kann sich keiner über zu wenig Platz oder Komfort beklagen. 

Anmerkung: Der Beifahrersitz ist ganz nach hinten geschoben, normalerweise wäre er auf Sichthöhe mit dem über 1,8 Meter großen Fahrer daneben deutlich weiter vorne.







Geschlossener Kühlergrill mit integriertem Ladeanschluss und schmale Leuchten prägen das Gesicht.

 

Geräumiges Ladeabteil: Schon im Normalzustand passen 503 Liter in den fein mit Teppich bezogenen Gepäckraum, mit umgeklappten Rücksitzlehnen werden dann 1.678 Liter daraus.


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