Praktisch, geräumig, sparsam, unkompliziert: Der VW Golf Variant ist schon länger zu seinen alten Werten zurückgekehrt
Wer ein Auto für die Familie, den beruflichen Einsatz oder sportliche Aktivitäten mit viel Platz im Heck sucht, kommt am Kombi des Golf nicht vorbei. Optisch tritt der vor allem in der von uns gefahrenen R-Line gut auf.
Als am 29. März 1974 der erste Golf vom Band rollte, ahnte keiner, dass der zum erfolgreichsten Volkswagen werden würde. Der Variant folgte erst im Spätsommer 1993 auf Basis des Golf 3.
Er vereinte die unkomplizierte DNA des Golfs mit dem Raumangebot eines vollwertigen Kombis.
Mit erfreulich viel Platz für Kinderwagen, Wocheneinkäufe, Urlaubsgepäck, sperriges Sportgerät und spontane Baumarktbesuche.
Das Platzangebot
Das Plus an Länge und Radstand bescherte den Passagieren schon damals im Fond mehr Beinfreiheit, dem mitreisendem Gepäck mehr Platz im Heck.
Das ist heute im Vergeich zum normalen Golf 8 (4,28 m) nicht anders, wenngleich das Platzangebot durch nun weit über 4,6 Meter Länge enorm wuchs.
Zu wenig Kniefreiheit ist selbst für 1,9 Meter große Mitfahrer im Fond kein Thema.
Der Platzvorteil ist im Alltag deutlich spürbar, auch vorne wirkt das Raumgefühl gut.
Der größte Pluspunkt ist unbestritten das Kofferraumvolumen.
Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich die Rückbank umklappen, wodurch ein riesiger, fast ebener Laderaum entsteht.
Ob Mountainbike, Umzugskartons oder die Campingausrüstung – der Golf Variant schluckt fast alles
Unter Nutzung des kompletten Raums hinter den Sitzen vorne erweitert sich das Ladevolumen von dachhoch 611 auf 1.642 Liter.
Die Motorisierung
Das Motorangebot (ab 30.495 Euro) ist vielseitig, hier findet jeder schnell seinen Favoriten.
Als Benziner, Diesel und Mildhybrid mit 116 bis 333 PS.
Unser 1.5 eTSI brachte seine 150 PS über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderräder. Der Spurt auf 100 war in 8,6 Sekunden erledigt, 224 km/h auf der Autobahn mit etwas Anlauf unkompliziert möglich.
Der Verbrauch
Auch der Verbrauch passt, laut WLTP-Zyklus sind es im Schnitt 5,5 Liter Super (CO2: 126 g/km).
Auf Landstraße rollte er sehr oft mit ausgeschaltetem Benziner, sparte dabei viel Sprit.
Alltagswerte mit einer 5 vor dem Komma notierten wir immer wieder.
Leider drehten die Fronträder durch die Kombination aus hohem Drehmoment (250 Nm) vom Turbovierzylinder und direkter Kraftzugabe des Mildhybrid-E-Motors beim Anfahren auch ohne viel Gaspedaldruck schnell durch.
Das sollte nicht sein.
Unser Kombi war bestückt mit Sportfahrwerk und adaptiver Dämpferregelung, so auch in engen Kurven oder bei plötzlichen Ausweichmanövern nicht aus der Ruhe zu bringen.
Ebenfalls gut abgestimmt das Schluckvermögen der Federung.
Die Ausstattung
Der Golf Variant ist nicht nur beim Thema Platz bestens aufgestellt, er bringt auch viele praktische Details mit, die den Alltag angenehmer machen.
Dazu gehören der fahrerorientierte Arbeitplatz mit entsprechend positioniertem Multimediadisplay, viele Ablagen und ein ordentlich großes Handschuhfach.
Das Trennnetz im Gepäckabteil ist an verschiedenen Stellen (auch hinter den Frontsitzen) zu befestigen, es gibt Verzurrösen, Haken und optional Steckdosen (12 und 230 Volt).
Praktisch ebenfalls die auf Wunsch elektrisch zu betätigende Heckklappe, das geht auch per Fußschwenk ganz easy.
Dies und einiges mehr (z.B. Head-up-Display, LED-Matrix-Frontlicht, Harman Kardon Soundsystem, spezielle 18 Zoll R-Alufelgen mit 245er Sportreifen) war in unserem Wagen an Bord, was den Preis von 40.650 Euro um gut 11.000 Euro anhob.
Das Diktieren von Navi-Zielen per Spracheingabe funktionierte zumeist gut, auch sonst ließ sich alles fehlerfrei bedienen, ChatGPT ist ebenfalls mit an Bord, wartet darauf helfen zu können.
Ein Mangel war die Spiegelung des Armaturenbretts in der Frontscheibe, vor allem von der Konstruktion des Head-up-Displays.
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