Der vielgelobte, elfhundert Kubikzentimeter große Reihenzweizylinder, der die Africa Twin so erfolgreich gemacht hat, ist auch in anderer Verpackung zu haben. Honda bietet ihn auch im Tourer NT1100 an. Den haben wir mit Doppelkupplungsautomatik und elektronischem Fahrwerk ausführlich im Alltagseinsatz hautnah erfahren.
Elegant wirkt dieses Bike mit aerodynamisch optimierter Frontverkleidung, eindringlichem LED-Blick und bronzefarbenen Gabelholmen.
Es baut breit, lässt mit großem Windschild und seitlichen Deflektoren schon auf den ersten Blick einen guten Schutz vor Wind und Wetter erahnen.
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| Foto: Isabel Ermisch |
Fit für die Langstrecke ...
Die vorne wie hinten 17 Zoll großen Räder versprechen gutes Handling und die Sitzhöhe von 82 Zentimetern sorgt für Zugänglichkeit für Fahrer aller Größen.
Unsere Maschine kam mit dem optional erhältlichen und etwas besser gepolsterten Komfortsitz, der die lange Tour wirklich angenehm gestaltet.
Lediglich der Kniewinkel ist aufgrund der hoch angebrachten Fußrasten relativ spitz.
Das Cockpitdesign ist identisch mit dem der Africa Twin.
Alles ist hervorragend ables- und vielfältig konfigurierbar. Die Bedienung über Taster am linken Lenkerende verlangt allerdings Gewöhnung.
Hervorragend: das Windschild lässt sich mit nur einer Hand in fünf Stufen um 16,7 Zentimeter in der Höhe verstellen.
Viel Komfort mit an Bord ...
Mit manuellem Getriebe und mechanischem Fahrwerk startet die NT1100 aktuell bei 15.519 Euro. Wählt man das Doppelkupplungsgetriebe (DCT), werden mindestens 16.639 Euro fällig.
Sattelt man noch das elektronische Fahrwerk obenauf, das nur mit dem DCT kombiniert wird, geht es bei 18.069 Euro los.
Im Grunde genommen sind alle drei Varianten gleich ausgestattet, unterscheiden sich praktisch nur durch die Getriebe- und Fahrwerkskombination.
So kommt die NT1100 immer mit kabelgebundener Smartphonekonnektivität via AppleCarplay und Android Auto.
Diese Komfortfunktion sucht man bei vielen anderen Herstellern immer noch vergebens.
Daneben gibt es noch:
- USB-A-Anschluss
- 12 Volt-Dose
- vollumfängliche LED-Beleuchtung
- automatische Blinkerrückstellung
- Griffheizung
- Tempomat
- drei voreingestellteund zwei frei konfigurierbare Fahrmodi
- einfach zu verstellendes Windschild
Zwar ist die NT schon vom Start weg sehr umfangreich bestückt, lässt sich jedoch über Pakete und separat mit diversen weiteren Details individualisieren.

Der NT die Arbeit überlassen
Der 1.084 Kubikzentimeter große Reihenzweizylinder gibt 102 PS bei 7.500 Umdrehungen pro Minute über die Kette an das Hinterrad ab.
Zusammen mit dem maximales Drehmoment von 112 Newtonmeter ist die knapp 260 Kilogramm schwere Maschine mit ordentlich Nachdruck auf Wunsch auf bis zu 200 km/h zu beschleunigen.
Empfehlenswert ist dabei, sich erst einmal an die umfänglichen Einstellmöglichkeiten des Fahrwerks heranzutasten.
So lässt es sich am Display auf die entsprechende Beladung anpassen.
Wenig Mühe hat man generell mit der NT im Alltag, denn die Doppelkupplungsautomatik erleichtert dem Fahrer die Arbeit ungemein.
Hervorragend abgestimmt, finden die Schaltübergänge rauf wie runter völlig unmerklich statt, werden lediglich durch ein befriedigendes „Klack“ bestätigt.
Dabei passt sich das Schaltverhalten dem jeweils gewählten Fahrmodus an.
Das besteht aus:
- Tour
- Urban
- Rain
- zwei individuell einstellbaren Modi
Dreht man die NT1100 beispielsweise im Tour-Modus stärker aus, schaltet das DCT entsprechend später hoch, so wie beim Pkw.
Wer selber hoch- oder runterschalten möchte, erledigt das über die Taster am linken Lenkerende.
Zwar ist es anfangs noch etwas ungewohnt, keinen Kupplungshebel zu haben, doch man gewöhnt sich relativ schnell daran und genießt dann, der Elektronik die Arbeit zu überlassen.
Der Verbrauch
Am Ende der vierzehn Tage notierten wir nach abwechslungsreicher und zum Teil auch fordernder Fahrt durchschnittlich 5,6 Liter Super.
Honda gibt 5,0 Liter (CO2: 116 g/km lt. WMTC) an, womit die NT1100 dank
des 20,4 Liter großen Tanks bis 400 Kilometer weit kommen soll.
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