Die Wuchtbrumme unter den Motorrollern ist zweifelsohne Hondas Forza 750. Der markiert in seiner Welt das obere Ende, den Scheideweg zwischen Roller und Motorrad ebenso. Kein anderer vereint so viel Motorradtechnik.
Honda startete mit dem Modell Forza 750 in Deutschland im Herbst 2020, konnte sich auch hierzulande schnell eine treue Fangemeinde erobern.
Seitdem hat der sportliche Maxi-Scooter regelmäßig wichtige Updates erhalten.
Was er genau kann, wollten wir in einem 14-Tage-Test selbst einmal hautnah erfahren.
Nahe am Motorrad
Sein Auftritt ist bestimmt, alles andere als zurückhaltend. Der Japaner zeigt, dass er kein Spielzeug ist. Wirkt dabei so präsent, dass er dem häufigen Gruß anderer Biker nach zu urteilen im Vorbeifahren bei vielen als echtes Motorrad durchgeht.
Von der Seite zerstreut seine Struktur jedoch schnell alle Zweifel.
Der lange Radstand von knapp 1,6 Metern und das 15 Zoll kleine Hinterrad definieren ihn ebenso als Roller, wie der Durchstieg oder die Fußauflagen.
Auch niedrige Sitzhöhe (79 cm), hochmontierter Lenker und weit vorn angeschlagene Spiegel (eliminieren den toten Winkel weitgehend) sind rollertypisch. Wie das elektronisch entriegelbare Staufach (22 Liter) unter der Sitzbank.
Eher ungewöhnlich ist das 17 Zoll große Vorderrad. Es sorgt zwar für
viel Stabilität beim Geradeauslauf auch bei höherem Tempo, lässt den
Fahrer so manches Mal aber die Kreiselkräfte beim Einlenken spüren.
Hat
man sich einmal darauf eingestellt, ist der Forza ganz entspannt durch
Kurven zu zirkeln, macht gerade in der Stadt viel Spaß.
Üppig ausgestattet
Bei 13.579 Euro startet hier der Rollerspaß. Nicht wenig Geld, doch sowohl in Leistung wie Ausstattung kann diese Honda vielen Motorrädern locker das Wasser reichen.
Im Basismodell sind z.B. bereits schlüsselloses Starten, Feststellbremse oder elektrisch verstellbares Windschild mit an Bord.
Letzteres lässt sich mittels Steuerkreuz am Lenkerende links über das Menü des TFT-Displays ansteuern, stufenlos bis 12 Zentimeter verstellen.
Doch es gibt noch einiges mehr.
Für die längere Tour ist immer ein Tempomat mit dabei, der sich am rechten Lenkerende aktivieren und am linken auf das gewünschte Tempo einstellen lässt.
An Bord sind ebenfalls automatische Lichtsteuerung, vollumfängliche LED-Beleuchtung mit Warnblinklicht, Griffweiteneinstellung beider Bremshebel, USB-C-Anschluss am Lenker oder elektronische Ver- und Entriegelung des Tankdeckels.

Kräftig und komfortabel
Der Grund,
warum man sich den größten der Forza-Reihe und den größten in Serie
produzierten Roller hierzulande zulegt, liegt weniger an der Ausstattung
als vielmehr am Antrieb.
Stolze 59 PS und 69 Nm gibt der
Reihenzweizylinder an das Hinterrad weiter.
Nicht wie üblich bei Rollern
über einen Zahnriemen, hier klassisch via Kette.
Die Kraft überträgt eine Doppelkupplungsautomatik.
Kaum auf Betriebstemperatur, schaltet die nahezu unmerklich ihre sechs Gänge durch.
Wer will, macht das selbst über die beiden Knöpfe an der Lenkerbedieneinheit links.
Nur der kurze Moment, den die Automatik beim kräftigeren Drehen des Gasgriffs benötigt, um ein oder mehrere Gänge runterzuschalten, passt nicht so recht zum Rollergefühl.
Hervorragend dagegen Beschleunigung und Verzögerung.
Er spurtet zügig voran, die üppig dimensionierte Bremsanlage hat trotz hohem Gewicht (236 kg) wenig Mühe, ihn schnell zum Stillstand zu überreden.
Bei möglichen 170 km/h ist das natürlich auch nötig.
Das Fahrwerk wurde ebenfalls auf die Leistung ausgelegt, bietet vorne wie hinten 120 Millimeter Federweg.
Zu guter Letzt der Verbrauch.
Nach etlichen hunderten Kilometern mit vielen fordernden Etappen notierten wir einen Durchschnittswert von 4,3 Liter.
Honda gibt einen WMTC-Schnitt von 3,6 Liter an (CO2: 85 g/km).
Der Tank (13,2 Liter) ermöglicht so Reichweiten bis 365 Kilometer.
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