Bei uns 14 Tage im Alltagstest: rein elektrisches Familien-SUV Kia EV9

Die Welt in der sich das große SUV EV9 bewegt, ist die heiß umkämpfte Oberklasse, in der sich zumeist deutsche Platzhirsche tummeln, sie auch klar und deutlich dominieren. Keine leichte Aufgabe für die koreanische Marke Kia, hier überhaupt aufzufallen und zu punkten. 
        von Achim Stahn  (Fotos: Edda Stahn)


 

Um sich als ernstzunehmende Alternative zu zeigen, startet der imposant auftretende und über fünf Meter lange Wagen in allen Bereichen bestens bestückt.

Wir hatten den Kia während der kalten Tage Ende Januar, da musste er auch auf zugeschneiten Straßen und bei hohen Minustemperaturen zeigen, was er kann.

Das Niveau ist überall hoch angesetzt. Auch beim Platzangebot. 
Was der Wagen bereits von außen unmissverständlich zeigt. Ein echtes Schlachtschiff. 

Das betrifft alle Plätze, wenngleich die Sitze 6 und 7 in der Reihe drei für Erwachsene nur eingeschränkt langstreckentauglich sind. 
Doch sie an Bord zu haben ist natürlich ein großer Vorteil. 

So wie das riesige Panoramadach. Es lässt viel Licht ins Auto, bietet tolle Ausblicke nach oben. 
Auch das Schluckpotenzial im Heck ist enorm, da passt jede Menge rein. 
Der gut zugängliche Laderaum packt schon mit flachgelegter dritter Sitzreihe 807 Liter, bei umgeklappten Sitzlehnen im Fond werden daraus imposante 2.318 Liter.

In Kombination mit guter Rundumsicht, viel Kopffreiheit, etlichen Ablagen und reichlich Komfort glänzt dieser Stromer als perfekter Partner für Familienreisen. 
Mit passender Reichweite. Dazu gleich mehr.

Vielseitige Motorisierung

Schon die Basis-Variante mit Heckantrieb (sie startet ab 63.190 Euro) ist mit 218 PS ausreichend flott bestückt. 
Die hier eingebaute Batterie (76,1 kWh) schafft laut vergleichbarem WLTP-Zyklus bis zu 443 Kilometer, im reinen Stadtverkehr noch über 200 mehr. 

Der kombinierte Stromverbrauch liegt hier laut WLTP bei 19,5 kWh auf 100 Kilometer.

Wer mehr Reichweite benötigt oder will, wählt die größere Batterie mit 99,8 kWh. 
Mit Heckantrieb wird diese mit 563 Kilometern bewertet. 
Der Motor ist mit 204 PS etwas schwächer, los geht es hier ab 66.190 Euro

Der EV9 mit gleicher Batterie und Allrad bringt es auf 385 PS und 600 Nm Drehmoment. 
Damit ist der Spurt auf 100 in unter sechs Sekunden vollbracht. Der Preis: ab 70.190 Euro. 
Die Reichweite ist nicht so üppig wie mit Heckantrieb, doch 512 Kilometer sind im Alltagseinsatz natürlich völlig ausreichend.

Deutlich höher ist der Verbrauch, wir kamen im Test trotz zurückhaltender Fahrweise am Ende auf 26 kWh. 
Wer lange Strecken auf der Autobahn vor sich hat und nicht zu viele Lade-Stopps einlegen will, sollte sich mit 110 bis 120 km/h bescheiden. So fahren, wie die anderen E-Autos in der Regel auch. 
Wird es mal zeitlich eng, dann legt er mit 200 km/h tüchtig zu. 



Wer es optisch sportlicher mag, wählt die meistbestellte Variante, die heißt GT-line, ist üppig bestückt und startet ab 83.580 Euro. 
Eine echte GT-Variante mit 508 PS gibt es auch, die kostet mindestens 89.990 Euro. 

Er punktet tüchtig beim Aufladen

Ein weiterer Pluspunkt, der das neue Kia-Flaggschiff fit für lange Familienreisen macht, ist die 800 Volt Schnelllade-Technologie. 
Der größere Akku (99,8 kWh) lässt sich damit unter Idealbedingungen in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Beachtliche 210 kW Ladeleistung stehen dafür im Datenblatt.
 
Doch der EV9 lädt nicht nur schnell, mit seiner so genannte V2L-Funktion (Vehicle to Load) gibt er elektrische Energie per Adapter an Geräte z.B. auf dem Campingplatz oder sonst wo unterwegs ab. 
So lassen sich zum Beispiel E-Bikes aufladen, eine Musikanlage betreiben oder Bäume mit einer Akku-Motorsäge beschneiden.

 

Hochwertige Ausstattung

Bereits auf den ersten Blick wird klar, dass der EV9 selbstbewusst außen wie innen in der begehrten Premiumklasse mitspielt. Entsprechend üppig ist die Ausstattung in allen Bereichen. 
Auch hier wurde nicht gespart. Schon in der Basis-Ausstattung Air gehören elektrische Heckklappe oder Sitze in Lederoptik dazu.
 
 

Innen sind zwei 12,3-Zoll-Displays durch einen kleineren Bildschirm speziell für die Klimatisierung verbunden. Die Sitze sind komfortabel, alles lässt sich bestens bedienen. 

Wer den Sechssitzer wählt, darf sich über einen besonderen Komfort freuen: die bequemen Einzelsessel im Fond lassen sich um 360 Grad drehen. 
Das ist natürlich besonders praktisch für die Montage von Kindersitzen oder das Einsteigen älterer Mitfahrer.
 
  

So fährt er sich

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Lenkung leichtgängig und präzise, Überholmanöver sind auf Landstraßen schnell erledigt. 
Gefallen hat auch das Geräuschniveau innen, es ist erfreulich niedrig.
Die Bedienung aller Instrumente und Anzeigen wirft keine Fragezeichen auf.

Nicht zu vergessen: bis 2,5 Tonnen kann der Allradler ziehen, sieben Jahre Garantie gibt es hier ebenfalls oben drauf. 


Zwei 12,3-Zoll-Bildschirme bilden eine durchgängige Bildschirmfläche, dazwischen wurde ein 5,3-Zoll-Touchscreen eingebaut, auf dem sich die Klimatisierung steuern lässt. 

Gewohnte Tasten und Knöpfe gibt es hier kaum, die Steuerung funktioniert hauptsächlich auf dem Touchscreen. Dessen Menüführung wirkt bereits auf den ersten Blick leicht verständlich, wirft eigentlich keine Fragen auf



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