Bei uns 14 Tage im Alltagstest: Mercedes-Benz E220d zeigte sich als hervorragender Mix aus Leistung und Effizienz

Die E-Klasse verkaufte sich bereits millionenfach, wurde zu einer der tragenden Säulen bei Mercedes. Dieses Mittelklasse-Modell ist ebenso begehrt bei Unternehmern, Freiberuflern und Familien wie bei Taxifahrern rund um unseren Globus. 
    von Achim Stahn


Um in dieser Welt möglichst viele Käufer ansprechen zu können, muss der Wagen geräumig, sparsam und sicher sein. Natürlich auch funktional, fahrfreudig und komfortabel, gut aussehen außen wie innen ebenfalls. 

In allen genannten Bereichen sammelte die E-Klasse viele Punkte, auch die knapp fünf Meter lange aktuelle Generation legt die Messlatte in ihrer Welt hoch. 
 
Neben der Limousine bietet die Marke mit dem Stern diese Baureihe als Cabrio, Coupé und Kombi an. Letzterer heißt hier T-Modell, ihn fuhren wir 14 Tage als Diesel im Alltagstest. 
Waren auch gespannt, ob sich diese Kombination als hervorragender Mix für die Langstrecke zeigen würde. So hatte ihn einer unserer Leser in einer Mail beschrieben.
 
Fotos: Edda Stahn

Die  Motorisierung

Das Antriebsangebot für das T-Modell ist vielfältig, reicht vom Basis-Diesel (ab 55.264 Euro) über Benziner und Plug-in-Hybrid bis hin zu AMG-Varianten in Preisdimensionen weit über 100.000 Euro hinaus. 

In unserem 220d 4Matic (ab 69.555 Euro) arbeitete der stärkste Vierzylinder-Diesel mit zwei Liter Hubraum. Die 197 PS in der meistverkauften Variante unterstützt ein kleiner E-Motor mit 23 PS. Für mehr Kraft beim Beschleunigen und Senken des Verbrauchs. 
 
Im Zusammenspiel mit üppigem Drehmoment (440 Newtonmeter bereits ab 1.800 U/min) und butterweich schaltender Automatik mit neun Gängen hatte der Allradler keine Probleme auf 100 in 8,1 Sekunden zu spurten. 
Besonders beim Überholen auf Landstraßen zeigte sich diese Konfiguration hervorragend. 227 km/h sind ebenfalls möglich. 
 
 

Der Verbrauch 

Der Diesel hat schon zahlreiche missbilligende Beschimpfungen abbekommen, die jedoch in aller Regel als Fake-News zu bewerten sind. Denn die neuen Generationen sind beeindruckende Hightech-Aggregate, extrem sparsam und emissionsarm. Kein Wunder, dass solche Modelle gerade Vielfahrer bevorzugen. 
 
Unser E 220d T zeigt, warum das so ist. Denn vorausschauende Fahrweise belohnt der Mildhybrid mit 5,6 Liter, auch eine Vier vor dem Komma ist bei Überlandfahrten machbar.

Am Ende notierten wir nach 946 Kilometern mit längerem Autobahn-Anteil 7,9 Liter. 
Der 66 Liter Tank ermöglicht so hohe Reichweiten bis über 1.000 Kilometer.

Wer es wissen will: der offizielle WLTP-Wert liegt bei 5,1 Liter, das entspricht CO2-Emissionen von 135 g/km. 

Die Ausstattung

Typisch Mercedes, ist hier die Wahl der Möglichkeiten zur Individualität groß. So kann jeder seinen Wagen nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen bestücken.

Schon in der Linie „Avantgarde“ fehlt nichts Wichtiges, auch teilelektrische Sitze im Leder-Look, Knie-Airbag, Holz-Zierelemente, 18 Zoll große Aluräder oder luftgefederte Hinterachse mit Niveauregulierung gehören dazu. 
Jede Menge Assistenten zur Vermeidung von Unfällen und für mehr Komfort ebenso.

Autonomes Fahren ist nicht jedermanns Sache, doch auch hier punktet die E-Klasse. Sie kann auf Wunsch auf der Autobahn ganz ohne Zutun des Fahrers überholen, kehrt danach wieder zurück. 
Bei drei Spuren nach ganz rechts.

In höher liegenden Ausstattungen wird die Liste immer größer und der Preis teurer. 
Als AMG Line Premium war unser Wagen vollgestopft mit Features, die man bislang noch nicht vermisst hat, sich nach dem Kennenlernen aber gerne leisten würde. 
Wie z.B. das Burmester 4D-Surround-Soundsystem mit unter anderem 17 Lautsprechern, 730 Watt Leistung und Dolby Atmos Qualität. Eine geräuschdämmende Verglasung ist ebenfalls sehr angenehm. Vor allem auf der Langstrecke. 

 

Optik und Platzangebot

Der optische Auftritt ist klassisch-elegant und wohlproportioniert, mit langer Motorhaube, verhältnismäßig weit zurückgesetzter Passagierkabine, sanft abfallender Dachlinie. Innen kommt das Platzangebot großzügig rüber, auch die Kopffreiheit lässt keine Wünsche offen.

Beim Einsteigen müssen Großgewachsene jedoch aufpassen, die A-Säule ist auch wegen der Windschlüpfrigkeit weit nach hinten gerückt. Das fällt einem heute bei den meisten Limousinen auf, das war früher schon komfortabler. Gefallen können dagegen die großen Türablagen, heute leider selten. 
Die Bedienung ist einfach, hilfreich dabei ist die gut funktionierende Sprachsteuerung. 



Statt Minimalismus setzt Mercedes-Benz im Armaturenträger auf der gesamten Breite Displays ein. 
Auch der Beifahrer kann sein eigenes während der Fahrt nutzen. Ob das wirklich notwendig ist, dass muss natürlich jeder für sich entscheiden. Eine Unterhaltung mit dem Fahrer ist für viele die bessere Wahl. 
Bei der Materialauswahl sind Optik und Haptik gelungen. 

Viel wichtiger ist der vorhandene Raum bei einem Kombi im Ladeabteil. 
Der fasst hier bereits in Normalstellung 615 Liter, maximal sind es bei umgeklappter Rückbank üppige 1.830 Liter. Nicht zu vergessen: 2,1 Tonnen ziehen kann der Allradler aus Stuttgart-Sindelfingen auch.







Vorbildliche Verbrauchswerte!




 
Weiteren Stauraum und zwei Getränkehalter hält die Mittelkonsole bereit. 
Die darin ganz vorne positionierte Ladeschale für Smartphones ist allerdings nur fummelig zu nutzen. Das geht doch bestimmt besser ...
 




Das alternativ verfügbare Burmester 4D-Surround-Soundsystem sorgt durch 17 Hochleistungslautsprecher, 4 Exciter und eine Systemleistung von 730 Watt für einen klaren, knackigen und ausgewogenen Klang. 

Die lautsprecherähnlichen Exciter sorgen für eine beeindruckende Klangmassage.
Musik in Dolby Atmos Qualität ist ebenso möglich, die das Gefühl erzeugt live mitten in einem Konzertsaal oder Musik-Club zu sitzen.
 










Das Ladeabteil ist gut zu beladen, schluckt reichlich, je nach Stellung der Fondsitze sind es hier 615 bis 1.830 Liter.






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