Defender Trophy sucht Abenteurer und Offroad-Fans, die Ende 2026 nach Südafrika fliegen

Es ist wieder soweit, die als Camel Trophy in den 80ern und 90er Jahren durchgeführte legendäre Allradrallye durch unwegsamste Regionen weltweit wird 2026 als Defender Trophy wiederbelebt. Für die erste Tour durch Südafrika werden jetzt weltweit die Kandidaten auf Qualifikations-Camps gesucht. Das haben wir uns hier mal etwas näher angeschaut.
     von Gerolf Ermisch
 
 
Bei der Qualifikation dazu und auch später stehen die Teams vor kniffligen Aktionen, wie z.B. einer Flussüberquerung auf dem aus Holzstämmen selbstgebauten Floß. 

So hat alles begonnen

Die einst vom Kreativen Thomas Wulfes in der Düsseldorfer Werbeagentur Team/BBDO erdachte Abenteuerrallye fand erstmals 1980 als Camel Trophy statt.  

Damals erkundeten drei Teams mit Fahrzeugen der US-Marke Jeep das Amazonasbecken in Brasilien.  
Bereits im Folgejahr stellte die britische Marke Land Rover die Einsatzfahrzeuge. 

 

Fortan kämpften sich Teams aus Abenteuerlustigen bis einschließlich 2000 auf mehreren langen Routen durch unwegsames Gelände an den abgelegensten Orten der Welt. 

So führten die Trophys die Teilnehmer unter Hilfestellung von Profis nach Sumatra, Papua-Neuguinea, Zaire, Brasilien, Australien, Amazonas, Sibirien, Peru und viele weitere Destinationen. 
 
Unser Chefredakteur Achim Stahn war 1995 selbst bei der „Mundo Maya“ dabei. 
Zusammen mit Dag Rogge, Offroad-Urgestein und Leiter der Land Rover Experience Tour. 

Sie durchquerten Mexico, Guatemala, Belize und angrenzende Länder, schliefen im Zelt auf dem Land Rover als Schutz vor wilden Tieren und Skorpionen, entdeckten bislang noch unbekannte Maya-Tempel – ein unvergessliches Erlebnis.
 

Darum geht es jetzt ... 

In diesem Jahr soll das Abenteuer weitergehen, jetzt als Defender Trophy in Südafrika. Dafür werden aktuell weltweit Kandidaten gesucht. 

Daneben gibt es Rätsel zu lösen, müssen Aufträge erfüllt werden, die sich nur als Team erledigen lassen.

Das Konzept ist eine einzigartige Kombination aus Abenteuer, Expedition und Wettkampf. 

Für so etwas ist natürlich nur das in jeder Hinsicht fähigste Fahrzeug der perfekte Begleiter. 
Da sind sich alle Offroad-Experten einig: Besser als das Urgestein Defender ist dafür kein anderes Serienfahrzeug geeignet. 
 

Mehr als 10.000 Offroad-Fans haben sich bereits weltweit angemeldet, noch bis zum 10. April 2026 ist die Homepage zur Bewerbung offen:

www.landrover.de/defender-world/purpose/defender-trophy 

Die Ausgewählten zeigen ihr Können auf Qualifikationswettkämpfen im Monat Juni in Spanien, die Finalisten starten dann im Oktober und November 2026 in Südafrika auf der eigentlichen Trophy. 

Die Fahrzeuge ... 

Gefahren wird diese Offroad-Tour mit der mittellangen Version des Klassikers, dem Defender 110 Trophy Edition. 
Angetrieben wird der von einem drei Liter großen Sechszylinder-Diesel mit Mildhybrid-Technologie. Mit 350 PS und 700 Nm Drehmoment hat er keine Probleme überall durchzukommen. 
 
Extra-Tipp
Wer selbst so ein Fahrzeug haben will: gibts beim Händler für 103.100 Euro.
 

Ende des Jahres startet die Defender Trophy, unsere Redaktion konnte sich mit anderen Motorexperten ein erstes Bild vom Fahrzeug und den Aufgaben machen.              Fotos: Nick Dimblebly

Wir konnten den Offroader auf dem Gelände des Land Rover Experience Center selber ausprobieren, den Briten steilste Hügel hochjagen, 90 Prozent Gefälle herunterfahren und die Achsen bis zum Maximum verschränken. 

Hautnah erfuhren wir so, was er bei der Trophy in Afrika so alles mitmachen muss und was er leisten kann.

Danach ging es für uns ans Eingemachte, also an einige der Aufgaben, die auch die Teilnehmer der Trophy Ende des Jahres in Südafrika erwarten. 

Die Aufgaben ... 

So mussten z.B. beide Teammitglieder in je einem Defender eine dreiteilige Pyramide mittels mit den Fahrzeugen verbundener Seile von einem Punkt zum anderen bewegen. 

Hier war vorsichtiges Vor- und Zurückfahren angesagt, wobei die Instruktoren kräftig halfen. Sieger war, wer diese Aufgabe am schnellsten meisterte.

Das unterstrich den Teamgeist, der vor allem in der Wildnis unbedingt gelebt werden muss. 
Daneben sorgen solche kniffligen Aufgaben dafür, das Fahrverhalten besser zu verstehen. Ein sensibler Gasfuß war hier wichtig. 

Teamwork zählt: Nachdem das Tau zwischen zwei Defender mithilfe von Tripods gespannt war, konnten Gerolf Ermisch (rechts) und sein Teamkollege verschiedene Güter schnell und einfach über den Fluss transportieren.

 
Neben weiteren Aufgaben ging es zum Schluss darum, Material von einer Seite des Flusses zur anderen zu transportieren. 

Und das ging so:
- auf beiden Seiten wurde je ein Defender positioniert
- das Teammitglied mit dem besten Wurfarm warf ein Gewicht auf die andere Uferseite
- an dem war ein dünnes Seil gebunden
- daran wurde dort ein kräftiges Tau befestigt
- dies wurde mittels des dünnen Seils wieder zur anderen Seite rübergezogen
- auf zwei selbstgebaute Dreibeine (Tripods) wurde das Tau gelegt
- dessen Enden kamen dann an die Abschlepphaken der beiden Defender
- durch Rückwärtsfahren wurde das Tau über die Tripods gespannt.  

So war es erstaunlich einfach möglich, schwerere Gegenstände, von der einen zur anderen Flussseite hin- und herzuziehen, zum Beispiel einen Ersatzreifen.

Auch bei dieser Übung war der praktische Nutzen für die reale anstehende Trophy zweifelsfrei zu erkennen.
 

Der Film dazu: Hier einige Impressionen von der Defender Trophy in Südafrika, die während einiger Vorabtouren auch dort entstanden. Ein Ur-Defender war ebenfalls mit dabei.





Rückblick: Hier einige Impressionen der Trophy aus den vergangenen Jahrzehnten


 


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