Keine Experimente bei der Starthilfe: wenn nach kalter Nacht die Batterie streikt, jetzt bloß keine Fehler machen

Wenn nach kalter Nacht die Autobatterie streikt, wird zumeist versucht die per Starthilfekabel wieder flott zu machen. Doch wie so oft im Leben ist auch hier Über­eifer nicht gerade hilfreich. 


„Wer sich nicht auskennt, soll­te besser den Pannendienst ru­fen. Denn es sind eine Reihe von Sicherheitshinweisen zu beachten, will man nicht mehr schaden als nutzen“, so die Ex­perten von der Dekra.

Eine unsachgemäß durchge­führ­te Starthilfe kann neben Schäden an Kabelbaum und Elektronik auch eine Explo­sion auslösen. Wer trotzdem selbst Hand an­legt, sollte sich immer ausreichend Zeit nehmen, die Warn­hinwei­se vom Autoher­steller (Betriebsan­lei­tung) und vom Kabelhersteller zu lesen. 


Fol­gende Punkte sind wichtig:

1. Explosionsgefahr
Bei der Starthilfe fließt ein hoher Ladestrom durch die leere Batterie. Dabei kann ein explosives Knallgasgemisch austreten. Damit sich das nicht entzündet, in der Nähe nicht rauchen, Funken und offene Flammen vermeiden.
Ganz wichtig: Starthilfekabel unbedingt richtig anschließen, auf Polung und Kontaktierung achten, beim Anschließen un­bedingt die korrekte Reihen­fol­ge einhalten.

2. Kurzschlussgefahr
Blanke Teile der Kabel bzw. Anschlussklemmen dürfen sich nicht berühren. Sonst droht Kurzschluss mit starker Funkenbildung. 
Beim An­schlie­­­ßen ist auf die richtige Po­lung zu achten. Kommen die Klemmen an die falschen Bat­teriepole, können neben dem Starthilfekabel auch Batterie und Fahrzeugelektronik be­schä­digt werden. Wichtig: Ka­bel von drehenden Teilen im Motorraum fernhalten.

3. Gleiche Spannungslage
Die Batterien beider Fahrzeu­ge müssen die gleiche Span­nung haben. Nutzfahrzeuge haben in der Regel ein 24 Volt Bordnetz, bei Pkw sind es üb­licherweise 12 Volt.

4. Vorsicht Frost
Fahrzeuge mit eingefrorener Batterie dürfen nicht fremdge­startet werden. Dabei kann die Batterie platzen. Gefrore­ne oder aufgetaute Batterien dür­fen nicht aufgeladen werden, ein Austausch ist jetzt fällig.

5. Starthilfepunkt
Bei Spender-Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik oder Energierückgewinnung darf das schwarze Minuskabel nicht an den Minus-Pol der Batterie, es wird an einen spe­ziellen Starthilfe­punkt im Mo­torraum ange­dockt.

6. Starthilfekabel
Für die Starthilfe sind nur gut isolierte Kabel geeignet, die einen ausreichenden Kabel­quer­schnitt laut Auto-Be­triebsan­leitung haben (auch Hinweise vom Kabel-Herstel­ler beachten). Bei Benzinern und Dieseln können sich die Anforderungen unterschei­den. 
Achtung: Kabel sollten der DIN 72553 entsprechen oder ein GS-Zeichen tragen.

7. Die richtige Reihenfolge
Ganz wichtig bei der Start­hil­fe ist, beim Anschließen der Kabel genau auf die richtige Polung, Kontaktierung und korrekte Reihenfolge zu ach­ten. 
Die Dekra-Experten zei­gen uns hier genau, wie es richtig und ohne Gefahren geht.

Das ist nacheinander zu tun:
- eine Klemme vom roten Ka­bel an Pluspol leere Batterie
- zweite Klemme vom roten Kabel an Pluspol Spen­der­bat­terie
- eine Klemme des schwarzen Kabels an Minuspol der Spenderbatterie
- wichtig: zweite Klemme vom schwarzen Kabel kommt am Pannenauto an eine unlackier­te Metallstelle (Massepunkt) des Motor­blocks – so weit weg wie möglich von der leeren Batterie
- zuerst Motor des Spenderau­tos starten und laufen lassen, dann Pannenfahrzeug starten. Springt der Motor nicht inner­halb von 10 Sekunden an, eine
Minute bis zum nächsten Versuch warten.
- nach dem Starten des Pan­nenautos die Klemmen der Kabel in umgekehrter Reihen­folge entfernen.


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