Mehr als 42.000 Schnellladepunkte gibt es aktuell in Deutschland – und damit mehr als 42.000 potenzielle Tatorte.
von Jürgen Pander
Auch juristisch wird das Problem offenbar ernst genommen. Das Amtsgericht Leipzig verhandelte jüngst einen Fall, in dem ein 43-Jähriger gestanden hatte, mehrere Ladekabel abgetrennt zu haben.
von Jürgen Pander
Sie haben es auf die Ladekabel abgesehen, die bei Gleichstrom-Ladern fest mit der Säule verbunden sind, je nach Bauart zwischen vier und zehn Kilogramm Kupfer enthalten.
Die Ladesäulenbetreiber reagieren nun mit neuen Sicherheitsmaßnahmen.
Am Rand von Supermarkt-Parkplätzen, an Autobahnraststätten oder neben Bau- und Gartenmärkten: Wenn die Geschäfte schließen und die Dämmerung hereinbricht, stehen die Schnellladesäulen dort recht einsam in der Gegend.
Am Rand von Supermarkt-Parkplätzen, an Autobahnraststätten oder neben Bau- und Gartenmärkten: Wenn die Geschäfte schließen und die Dämmerung hereinbricht, stehen die Schnellladesäulen dort recht einsam in der Gegend.
Diebe haben dann leichtes Spiel: Mit einer Akku-Flex oder einem Kabelschneider trennen sie die dicken Ladekabel von den Säulen, um an das Kupfer im Inneren heranzukommen.
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| Foto: Edda Stahn |
Immenser Schaden
Bei Weiterverkauf an einen Schrotthändler bringt das rund 50 Euro pro Kabel, auf dem Schwarzmarkt etwa die Hälfte.Ein vergleichsweise lächerlicher Betrag angesichts des Schadens, der durch den Kabel-Diebstahl entsteht.
Denn ein neues Kabel inklusive des Aufwands für Einbau und Prüfung des Starkstromsystems kostet bis zu 8.000 Euro.
Dazu kommen die Umsatzeinbußen für meist mehrere Wochen, bis eine Ladesäule wieder repariert ist.
Auch die amtliche Eichung dauert.
Manchmal Wochen.
Für die Fahrer von Elektroautos ist es ebenfalls ein Ärgernis, wenn eine angesteuerte Ladesäule nicht genutzt werden kann.
Die Zahlen steigen
Alarmierend ist, dass die Ladekabel-Kriminalität zunimmt.Das Landeskriminalamt Niedersachsen etwa bestätigt auf Anfrage, dass in den Jahren 2023 und 2024 die Fallzahlen noch „im niedrigen einstelligen Bereich“ lagen, seit 2025 jedoch ein Anstieg „auf einen hohen zweistelligen Bereich“ festzustellen sei.
Insbesondere die Gebiete um Hannover, Göttingen und Braunschweig sind betroffen, so das LKA.
Das Energieunternehmen EnBW, größter Ladenetzbetreiber in Deutschland, verzeichnet nach eigenen Angaben die meisten Vorfälle.
Außer in Niedersachsen sind Diebe vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen aktiv.
Der Anbieter EWE Go nennt Leipzig und Düsseldorf als Schwerpunkte der Kabel-Kriminalität.
Oft würden dort auch erst frisch instand gesetzte Anlagen erneut entkabelt.
Grundsätzlich wird jeder Kabeldiebstahl und jede Form von Ladesäulenbeschädigung zur Anzeige gebracht. Die Ermittlungen sind jedoch in den allermeisten Fällen schwierig. Doch das soll sich ändern.
Grundsätzlich wird jeder Kabeldiebstahl und jede Form von Ladesäulenbeschädigung zur Anzeige gebracht. Die Ermittlungen sind jedoch in den allermeisten Fällen schwierig. Doch das soll sich ändern.
Zum einen durch technische Hilfsmittel. So setzt Tesla bei den Supercharger-Schnellladekabeln beispielsweise eine nicht abwaschbare Tinte ein, die beim Beschädigen der Kabelisolation austritt und deutliche Spuren an Haut und Kleidung hinterlässt.
Das sagen Diebe: ha, ha, ha
Zudem planen Ladesäulenbetreiber, die Ummantelung der Kabel widerstandsfähiger zu machen, Alarmanlagen, Überwachungskameras oder weitere Sicherheitssysteme zu installieren, etwa GPS-Tracker in den Kabeln, um nach einem Diebstahl schnell auf die Spur der Täter zu kommen.
Das sagen Diebe: ha, ha, ha
Das sagen Diebe: ha, ha, ha
Auch juristisch wird das Problem offenbar ernst genommen. Das Amtsgericht Leipzig verhandelte jüngst einen Fall, in dem ein 43-Jähriger gestanden hatte, mehrere Ladekabel abgetrennt zu haben.
Allerdings wurde die Tat nicht als Diebstahl eingestuft, sondern als gemeinschaftliche Sachbeschädigung.
Dieser Tatbestand wird mit einem deutlich strengeren Strafrahmen geahndet – weil damit Ladekabel rechtlich als Teil der öffentlichen Infrastruktur eingestuft werden.
Der Täter wurde zu 20 Monaten Haft verurteilt, ging jedoch in Berufung.
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