Ratgeber Elektroauto: das Laden ist im Prinzip bei jedem Wetter möglich, aber ...

Elektroautos sind sicher. Und das gilt auch für den Umgang mit ihnen – selbst bei widrigen Bedingungen wie Starkregen, Gewitter oder Überschwemmungen. Worauf man allerdings achten muss und welche Schutzmaßnahmen Elektroautohersteller und Ladesäulenbetreiber einsetzen, zeigte die folgende Übersicht.

 

Wasser und Strom, das ist keine ideale Kombination. Denn wenn Strom auf Wasser trifft, kann es gefährlich werden, weil Wasser (mit Ausnahme von destilliertem) elektrischen Strom leitet. 
Es besteht also die Gefahr eines Stromschlags, wenn man mit dem Wasser in Berührung kommt. 
 
Was zu der Frage führt: Können auch Elektroautos bei Starkregen, Überschwemmungen oder Unwettern zur Gefahr werden? 
Die kurze, beruhigende Antwort lautet: Nein.
 
Foto: Innogy CCS-Ladestecker

Das gilt bei Nässe

Grundsätzlich sind stromführende Bauteile eines E-Fahrzeugs, also Kabel, Steckverbindungen, Akku, Elektromaschine oder Leistungselektronik umfassend isoliert und damit wasserdicht. 

Allerdings gilt das nicht für alle elektrischen Bauteile, so dass im Falle einer Überschwemmung, wenn Nässe ins Auto eindringt und auch Bildschirme, Bedienelemente oder Schalter unter Wasser stehen, diese Bauteile beschädigt werden können. 

In jedem Fall gilt dann: Fahrzeug auf keinen Fall starten und den Pannendienst oder eine Werkstatt informieren, damit der Wagen fachgerecht abgeschleppt und auf Schäden untersucht werden kann. 
Dieses Risiko gilt für Elektroautos und Benziner/Diesel gleichermaßen.

Das gilt beim Gewitter

Ebenfalls gilt für Autos beider Antriebsarten, dass sie bei geschlossenen Türen und Scheiben ein guter Zufluchtsort bei einem Gewitter sind. 

Im Falle eines Blitzeinschlags fungiert die Karosserie als Faradayscher Käfig.
Bedeutet: Die Metallteile leiten die elektrische Energie um die Insassen herum und über die Reifen in den Boden ab. 
Wir im Auto sind dadurch geschützt.
 
Foto: E.ON/Malte Braun

Laden bei schlechtem Wetter

Viele fragen sich, ob man ein Elektroauto bei Regen oder Gewitter sorglos an eine Ladesäule anschließen kann. 
Auch, weil die meisten Ladesäulen nicht überdacht sind, der Benutzer damit der Witterung schutzlos ausgeliefert ist. 
 
Generell gilt: Laden bei Regen ist unbedenklich. Denn:
- Ladekabel, Ladebuchsen und Ladestecker sind wasserdicht 
- Ladestrom fließt erst dann, wenn das Ladekabel an beiden Enden korrekt verbunden und verriegelt ist, sowohl Fahrzeug als auch Ladestation eine sichere Verbindung bestätigt haben.
 
Bei Gewittern hingegen gibt es durchaus ein Gefahrenpotenzial. 
Allein schon, weil es generell riskant ist, sich bei Blitz und Donner draußen aufzuhalten. 

Obwohl Ladestationen durch Schutzvorrichtungen vor Überspannung durch einen Blitzeinschlag in der Nähe gefeit sind, könnte es passieren, dass ein Blitz in eine freistehende Ladesäule einschlägt. 

Beim Gewitter also besser nicht in der Nähe von Ladestationen aufhalten.

Hochwasser

Steht das E-Auto bei einer Überschwemmung komplett im Wasser, sorgt eine automatische Abschaltvorrichtung dafür, dass das Hochvoltsystem spannungsfrei geschaltet wird. 

Wenn die wasserdichte Versiegelung des Akkus nicht beschädigt ist, besteht damit für Menschen, die sich dem überfluteten Auto nähern, keine erhöhte Stromschlaggefahr. 
 
Gleiches gilt für Ladesäulen, die im Wasser stehen.
Die Anlagen sind gegen solche Extremfälle gesichert, so dass in aller Regel keine Stromschläge zu befürchten sind. 

Allerdings müssen Ladesäulen, ehe sie nach einer Überflutung wieder in Betrieb genommen werden können, von Fachleuten genau überprüft und freigegeben werden.

Muss – etwa nach einem Wolkenbruch – ein überfluteter Straßenabschnitt oder eine sehr große Pfütze mit einem Elektroauto durchfahren werden, unbedingt die so genannte Wattiefe des Fahrzeugs beachten. 

Diese liegt zumeist zwischen 20 und 25 Zentimetern. 
Ist die Wassertiefe größer, sollte die Durchfahrt vermieden werden. 
 
Der ADAC rät grundsätzlich davon ab, Wasser zu durchfahren, dessen Tiefe nicht abzuschätzen ist. Falls es tatsächlich keine andere Möglichkeit gibt: 
Vorsichtig und mit Schritttempo den überfluteten Streckenabschnitt durchqueren.


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